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5964 ausgebildete Junior-Coaches.

Aktuelles aus der Fußballwelt: NFV bildet erstmals fünf junge Strafgefangene zu Junior-Coaches aus

Der Niedersächsische Fußballverband hat erstmals junge Strafgefangene zu „Junior-Coaches“ ausgebildet.

In der JVA Hameln nahmen fünf Absolventen ihre Zertifikate entgegen. Im Beisein von Anstaltsleiterin Christiane Jesse wurden die Urkunden von NFV-Projektleiter Sebastian Ratzsch überreicht.

Die Ausbildung zum „Junior-Coach“ umfasst 40 Stunden und ist für Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 18 Jahren konzipiert. Die Inhalte wurden jetzt „1:1“ für die Hamelner Insassen übertragen. Den Unterricht leiteten NFV-Mitarbeiter Dennis Spiegel und der Lehrwart des NFV-Kreises Hameln-Pyrmont, Siegfried Motzner. Unterstützt wurden beide von JVA-Sportlehrer Michael Wehmann.

Anlässlich der Urkundenüberreichung fand auch ein Spiel mit der U 23 von Werder Bremen statt. Dafür wurden gemischte Teams aus Strafgefangenen der JVA und des SVW gebildet. Der hanseatische Bundesligist pflegt seit Jahren eine lebendige Partnerschaft zur JVA Hameln und ist deren Projektpate für die Initiative „Anstoß für ein neues Leben“. Unter diesem Motto sollen junge Gefangenen und Haftentlassene systematische Unterstützung bei der sozialen und beruflichen Wiedereingliederung durch Akteure aus Sport, Justiz und Arbeitsmarkt erfahren.

Nachdem das Projekt 2011 erfolgreich in Nordrhein-Westfalen erprobt wurde, wird es seit Frühjahr 2012 auch in Niedersachsen an den Standorten Hameln, Vechta und Göttingen umgesetzt. In den Kategorien Fußball, Arbeit/Beruf und Soziales stehen den Projektteilnehmern verschiedene Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote zur Verfügung. Trainer- und Schiedsrichterausbildungen, die vom NFV durchgeführt werden, gehören ebenso zum „Portfolio“ wie Bewerbungstrainings, Berufsberatungen oder Schuldnerberatungen, die die lokalen Arbeitsagenturen anbieten. Darüber hinaus gehören Anti-Gewalt-Trainingsprogramme zu den Inhalten.

Partner in dem Projekt sind die Justizministerien, die Bundesagentur für Arbeit, die teilnehmenden DFB-Landesverbände und Justizvollzugsanstalten sowie die Sepp-Herberger-Stiftung des Deutschen-Fußball-Bundes (DFB). Die 1980 eröffnete Jugendanstalt Hameln ist die größte Jugendstrafvollzugseinrichtung in der Bundesrepublik Deutschland.

Die Jugendanstalt Hameln mit ihren Abteilungen Offener Vollzug Hameln und Offener Vollzug Göttingen verfügt über rund 700 Haftplätze für männliche jugendliche und heranwachsende Straftäter im Alter von 14 bis 24 Jahren. Hierin enthalten sind 20 Plätze im Jugendarrest Göttingen. Die Insassen des Jugendvollzuges verbüßen Jugendstrafen von sechs Monaten bis zu 10 Jahren. Die durchschnittliche Haftdauer der jugendlichen Straftäter beträgt 1,8 Jahre.