Partner & Sponsoren

Fragen? Probleme?
– Wir helfen dir!

5964 ausgebildete Junior-Coaches.

Erste Street Soccer Fortbildung in Barsinghausen

Zum ersten Mal hat im Rahmen des Junior-Coach Projektes eine Street Soccer Fortbildung stattgefunden. Ein Teilnehmer schildert den Lehrgang aus seiner Sicht.

Viele Profi- Fußballer sind auf dem Bolzplatz groß geworden und verdanken ihre Karriere insbesondere dem Kicken auf der Straße. Doch nicht nur im organisierten Fußball werden echte Straßenfußballer à la Poldi immer weniger, leider sind auch spielende Kinder auf den Straßen Deutschlands kaum noch zu finden. Heutzutage wird der Straßenfußball fast nur noch in ärmeren Regionen wie z.B. in Teilen Afrikas und Südamerika gespielt. Kinder und Jugendliche lernen auf dem Bolzplatz aufgrund vieler Faktoren jedoch neben Techniken und Finten auch koordinative Fähigkeiten, welche in diesem Umfang im Verein nicht erlernt werden können. Vor allem aber nimmt man hier sehr viele soziale Kompetenzen mit und die „Straßenfußballer- Mentalität“ ist sehr bemerkenswert.

Deshalb haben wir am 23. und 24. September 2017 eine Fortbildung unter der Leitung vom Straßenfußball- Fanatiker Kim Neubert zu genau diesem Thema besucht. Nachdem wir alle anfangs etwas von der geringen Teilnehmerzahl (die sich am Ende für dieses Thema eigentlich als perfekt erwies) überrascht waren, erzählte Kim zunächst einmal ein wenig von seinen Erlebnissen seiner Ghana- Reise und zeigte uns am Abend auch einige Videos zur dortigen Art, Fußball zu spielen. Als er uns erzählte, dass während der Fortbildung keine Handys gewünscht seien, konnten wir ihn mit unserer Gelassenheit zu diesem Thema überraschen. Jedoch "schockierte" er uns daraufhin, als wir erfuhren, dass wir mit den Bollerwagen losgehen und nach dem Kicken im Wald essen würden. Wir machten Lunchpakete fertig und wanderten zu einem nahegelegenen Parkplatz. Hier bauten wir in guter Straßenfußballer- Manier aus Stöcken und Ähnlichem kleine Felder und spielten mit Dosen "Fußball". Vor jedem Spiel sollten wir noch gemeinsam Regeln erstellen, um anschließend die Gegner mit Fair-Play-Punkten zu bewerten. Nach einiger Zeit haben wir uns dann in den Wald begeben, um dort zu essen. Was wir anfangs noch kritisch hingenommen hatten, erwies sich schlussendlich als gelungene Abwechslung. Zurück an der Sportschule angekommen kickten wir noch mit verschiedenen Bällen (Softball,Tennisball, …) und konnten uns hier noch einmal so richtig austoben. Spätabends hat uns Kim dann noch beigebracht, wie man aus Tüten und Schnüren einen eigenen Ball bastelt, so, wie es viele Kinder in Ghana machen. Auch hier hatten wir zu Anfang einige Fragezeichen über unseren Köpfen, doch als wir erst einmal loslegten, haben wir mit sehr viel Spaß mehr oder weniger funktionsfähige Bälle hergestellt (wobei diese wohl eher als Kanonenkugeln dienen könnten). Am nächsten Vormittag erarbeiteten wir verschiedene Bolzplatz-Spiele sowie Regeln, welche es danach natürlich auszuprobieren galt. Im Anschluss kickten wir einige Runden mit unseren selbst gebastelten Bällen. Unsere anfängliche Skepsis konnte auch hier nicht bestätigt werden, nur Kopfbälle sollte man mit den „Kanonenkugeln“ vielleicht nicht unbedingt ausprobieren. Zu guter Letzt wurden uns noch einige Ideen, wie man den Straßenfußball in die Vereine bringen kann, genannt. Zudem wurde uns die Möglichkeiten der Nutzung von sogenannten „Bolzern“ aufgezeigt. Diese wurden uns zu Lehrgangsbeginn ausgeteilt und wir haben sie nach jedem Spiel ausgetauscht.

Letztendlich war es eine super Veranstaltung, welche mit sehr viel Spaß gefüllt war und insbesondere für Trainer, die vielleicht selbst nie die Philosophie des echten Straßenfußballs erleben durften, eine wahre Bereicherung darstellt!