Auf einen exklusiven Blick hinter die Kulissen bei der VfL Wolfsburg Frauenmannschaft in Wolfsburg konnten sich am vergangenen Wochenende auf Einladung von Volkswagen drei Nachwuchstrainerinnen des Niedersächsischen Fußballverbandes e.V. (NFV) freuen. Hannah Pfeifer (16) aus Wolfsburg, Annika Kern (18) aus Edewecht und Finja Dürr (17) aus Wasbüttel waren die glücklichen Gewinner, die unter zahlreichen Teilnehmern des Junior-Coach-Projekts für ein Programm ausgelost wurden, dass dieses Mal ganz im Zeichen des Frauenfußballs stand.
Als Partner des Junior-Coach-Projektes des NFV unterstützt Volkswagen seit vier Jahren die Ausbildung des Fußballtrainer-Nachwuchs. In dem Projekt werden 14- bis 18-jährigen Jungen und Mädchen in einer Intensivschulung die ersten Kenntnisse fürs Trainerdasein vermittelt. Ziel ist es, im Anschluss erste Aufgaben in Vereinen oder bei Schulmannschaften zu übernehmen. Knapp über 2.000 Nachwuchstrainer/innen wurden auf diesem Weg schon in Niedersachsen ausgebildet. Besonders engagierte unter ihnen nehmen vierteljährlich an einer Verlosung teil: In dieser winken attraktive Prämien – auch um Junior-Coaches einen Anreiz für weiteres Engagement im Nachwuchsfußball zu bieten.
Nach der Ankunft am Samstagvormittag am alten VfL-Stadion am Elsterweg wartete gleich ein besonderes Highlight auf die Junior-Coaches: Ein Treffen mit VfL-Cheftrainer, Ralf Kellermann. Der aktuelle Weltfußballtrainer des Jahres für Frauen-Teams ließ in einer exklusiven Vorbesprechung der Trainingseinheit tiefe Einblicke in seine Gedankenwelt als „Wölfinnen“-Trainer zu. Kellermann vermittelte den wissbegierigen Nachwuchstrainerinnen zunächst Inhalte und Ziele zur bevorstehenden Abschlusstrainingseinheit seiner Mannschaft vor dem wichtigen Heimspiel gegen SC Sand. Die Umsetzung der Trainingsinhalte und -ziele konnten die Junior-Coaches anschließend aus nächster Nähe verfolgen, bevor sie mit dem Cheftrainer in die Analyse gingen.
„Es ist wichtig, dass der Fußballnachwuchs in Deutschland allgemein gut ausgebildet wird, damit auch in Zukunft neue Talente nachrücken können“, sagt Ralf Kellermann. „Eine hohe Qualität der Trainerinnen und Trainer ist dabei insbesondere in jungen Jahren eines Spielers ausschlaggebend für seine weitere Entwicklung. Deshalb finde ich es toll, dass es Projekte wie den Junior-Coach des NFV gibt, die sich gezielt der umfassenden Ausbildung und Förderung von Nachwuchstrainerinnen und -trainern annehmen“, so Kellermann weiter.
Für Finja Dürr, die als Jugendtrainerin in ihrer Heimat Wasbüttel aktiv ist, war die Begegnung mit Ralf Kellermann etwas ganz Besonderes: „Es war super, dass wir Herrn Kellermann einmal persönlich kennen lernen und eine so wichtige Trainingseinheit wie das Abschlusstraining direkt vom Spielfeldrand beobachten durften. So nah war ich an einer Profimannschaft noch nie dran“.
Hannah, Annika und Finja haben Erfahrungen als Spielerinnen und Nachwuchstrainerinnen. Doch was erwartet eine Profispielerin von Ihrem Trainer? Nur eine von vielen Frage, denen die Verlosungsgewinnerinnen in einem persönlichen Interview mit den VfL-Profis Almuth Schult und Julia Simic auf den Grund gehen konnten. „Für mich ist es wichtig, dass der Trainer es versteht, dem gesamten Kader – also auch den Ersatzspielerinnen – ein gutes Gefühl zu geben und die Motivation hoch zu halten. Dabei sollte ein Trainer auf seine Spieler eingehen können und ein Gefühl für den richtigen Ton haben“. Torhüterin Almuth Schult sieht das ähnlich: „Es gibt vereinfacht zwei wesentliche Komponenten, die die Arbeit eines Trainers charakterisieren: die fachliche und die menschliche. Stimmt es menschlich nicht, dann bringt auch die beste fachliche Qualität nichts. Im Profifußball verteilen sich die Aufgaben allerdings zu meistens auf ein mehrköpfiges Trainerteam“, sagt Schult. Und die VfL-Torfrau weiß wovon sie spricht, denn sie hat selbst schon Erfahrungen als Jugendtrainerin gesammelt. „Ich kann mir selbst gut vorstellen einmal Trainerin zu werden. Das macht mir einfach Spaß“. Als Erinnerungsgeschenk übergaben die Profispielerinnen den Junior-Coaches jeweils noch ein von der Mannschaft unterschriebenes T-Shirt.
Auf die Frage, ob Sie sich vorstellen könnte später als Profitrainerin im Frauenfußball zu arbeiten, antwortet Hannah Pfeifer, die selbst als Jugendtrainerin beim VfL Wolfsburg aktiv ist, nüchtern: „Es wäre schon toll, hauptberuflich als Trainerin arbeiten zu können. Aber die Chancen, dass ich einmal meinen Lebensunterhalt damit bestreiten kann, sind leider sehr gering. Deshalb wird es für mich wohl nur ein Hobby bleiben“. Annika Kern verweist auf die persönlichen Mehrwert aus der Arbeit als Coach. „Die Arbeit als Trainerin gibt mir einfach viel zurück und man profitiert auch in der persönlichen Entwicklung von den Lehrinhalten, selbst wenn es nicht zum Profitrainer reicht“, sagt Annika Kern, die in ihrer Heimat eine Jugendmannschaft bei SV Friedrichsfehn trainiert. „In meinem dualen Studium bei der Polizei kann ich meine C-Lizenz als Trainerin zukünftig gut einsetzen und so die Trainingseinheiten teilweise in meine Arbeitszeit integrieren“, so die 18-Jährige aus Edewecht. Am Nachmittag stand für die Nachwuchstrainerinnen noch ein Besuch in der interaktiven VfL-FußballWelt und eine Spielbeobachtung der B-Juniorinnen der VfL Wolfsburg auf dem Programm.
Am Vormittag des zweiten Tages besuchten die drei Nachwuchstrainerinnen die Autostadt, bevor die Spannung zum Heimspiel der „Wölfinnen“ gegen SC Sand wieder hochgefahren wurde. Ausgestattet mit einem guten Blick auf das Spielgeschehen auf Höhe der Mittellinie, verfolgten die Junior-Coaches gespannt und mit geschultem Auge das Spiel sowie die Anweisungen von Ralf Kellermann. An diesem Tag blieben seine Bemühungen, die Mannschaft zum Sieg zu dirigieren, allerdings ohne Erfolg. Der VfL verlor nach einer dramatischen Schlussphase unglücklich mit 0:1. Mit dem Schlusspfiff war es für die Junior Coaches aber noch nicht vorbei. Sie konnten noch die obligatorische Medienarbeit in der Mixed Zone hautnah miterleben bevor mit dem Besuch der abschließenden Pressekonferenz der Schlusspunkt eines spannenden Einblicks in die Welt der VfL-Frauenprofis gesetzt wurde.









