Die Weltmeisterschaft hatte kaum begonnen, da wurde über die Schiedsrichter gleich mehr gesprochen, als es ihnen lieb sein konnte. Leider vermischte sich dabei berechtigte Kritik teilweise mit überzogenen Angriffen, und nicht jeder Kommentar zeichnete sich durch umfassende Fachkenntnis aus. Aber Fakt ist leider auch, dass in der ersten Woche der Weltmeisterschaft schon einige Fehlentscheidungen getroffen wurden, die bisher glücklicherweise wenig Einfluss auf die jeweiligen Spielausgänge hatten.
Als positive Neuheit kann man auf der anderen Seite allerdings auch das Freistoßspray sehen, welches bei der WM zum Einsatz kommt und jetzt schon von vielen für die nächste Bundesligasaison gefordert wird. Es erleichtert den Schiedsrichtern die Arbeit und verhindert, dass die Mauer sich unerlaubter Weise dem Freistoßpunkt nähert. Darüber hinaus kam sogar schon das neu eingeführte „Torliniensystem“ zum Einsatz und hat den ersten Praxistest im Spiel Frankreich gegen Honduras gleich erfolgreich bestanden.
Aber auch sportlich läuft die WM so interessant ab, wie lange nicht mehr. Die Stars trumpfen in diesem Jahr mit spektakulärem Offensivfußball auf. Es fallen so viele Tore, wie seit 56 Jahren nicht mehr. In den 14 Partien der ersten fünf WM-Spieltage fielen bereits 44 Treffer und dabei gab es erst ein Spiel das torlos ausgegangen ist. Zum Vergleich konnte man bei der WM 2010 in Südafrika zum gleichen Zeitpunkt lediglich halb so viele Tore (23 Tore) verzeichnen, vor acht Jahren in Deutschland waren es immerhin 31.
Nicht zuletzt hat auch Deutschland gestern mit einem starken, für viele allerdings auch überraschend deutlichen 4:0 Sieg zu dieser torreichen Weltmeisterschaft beigetragen und konnte sich damit eine sehr gute Ausgangsposition für das Erreichen des Achtelfinales verschaffen. Jetzt gilt es abzuwarten, ob es der deutschen Mannschaft gelingt, diese starke Leistung auch in den verbleibenden beiden Gruppenspielen gegen vielleicht sehr tief stehende Gegner zu bestätigen.
