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VON WEGEN NULL-BOCK-GENERATION

„Jeder denkt an sich und an alle ist gedacht“ – so flapsig wie dieses Zitat daherkommt, so verheerend wäre es wörtlich genommen für das Ehrenamt. Ob Jugendliche tatsächlich nur an sich denken oder sich ehrenamtlich in die Gesellschaft einbringen, wurde am Samstag, den 07. November unter dem Titel „Jugend von heute. Ehrenamt von morgen“ beim 4. Forum „Sportbewegung“ der Niedersächsischen Lotto-Sportstiftung diskutiert. Junior-Coach-Reporterin Michelle Röseler hat die Veranstaltung beim Landessportbund Niedersachsen besucht und für euch berichtet.

An der Podiumsdiskussion nahmen unter anderem Junior-Coach-Projektleiterin Nevena Orsulic vom Niedersächsischen Fußballverband und Junior-Coach Sibel Saravas teil. Eröffnet wurde die Diskussion durch einen Impulsvortrag von Heiner Bartling, ehemaliger Minister für Inneres und Sport, der darin die Wichtigkeit des Themas verdeutlichte. Seine Botschaft: „Wir brauchen eine Gesellschaft, die solidarisch und mitfühlend ist und nicht aus Einzelkämpfern besteht.“ Denn eine Gesellschaft ohne Ehrenamt wäre kalt und düster.

Hajo Rosenbrock, Vorsitzender des Turn-Klubs zu Hannover, nahm dazu auch die älteren Generationen in die Pflicht. „Wir müssen als Vorbilder fungieren! Das Umfeld, was wir haben wollen, muss von uns vorgelebt und nicht nur von der Jugend erwartet werden“, betonte er während der Diskussionsrunde: „Das bedeutet aber auch, den Jugendlichen Chancen zu geben, Verantwortung übernehmen zu können und ihnen das Vertrauen zu schenken.“

Nicht zu vergessen sei der große zeitliche Aufwand, der mit einem ehrenamtlichen Engagement verbunden ist, waren sich die Teilnehmer einig. Nevena Orsulic verwies dabei auf das Prämiensystem für aktive Junior-Coaches, das diesem Engagement auch materielle Wertschätzung entgegenbringt. „Denn Ehrenamt bedeutet nicht, dass man dafür nicht auch etwas bekommen darf“, so Orsulic.

Dem Vorwurf, die Jugend von heute lebe in einer Digitalen-Handy-Playstation-Welt und habe deswegen keine Zeit für das Ehrenamt, entgegnete Sibel Saravas selbstbewusst: „Wenn man sich wirklich engagieren will, schafft man das auch. Und dann merkt man ganz schnell, dass einem die Erfahrungen, die man als Trainerin macht, das Handy nicht geben kann.“ Sibel ist im Sommer zum ersten Mal für die U19 der Türkischen Nationalmannschaft berufen worden und trainiert noch eine G-Jugend in ihrem Heimatverein.

Letztlich konnten die vier Teilnehmer der Podiumsdiskussion für das Thema „Jugend von heute. Ehrenamt von morgen“ ein positives Fazit ziehen. Eine egoistische Null-Bock-Generation sei nicht zu erkennen und würde sich auch nicht durchsetzen. Dazu gibt es zu viele Jugendliche, die sich ehrenamtlich engagieren. Jetzt liegt es daran, das in die nächsten Generationen weiterzutragen, indem den Jugendlichen Wertschätzung entgegengebracht sowie Motivation und Zusammenhalt vorgelebt werden, um das Ehrenamt aufrecht zu erhalten.